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Ayurveda und Ernährung

Ayurveda und spezielle Diäten

Was sagt Ayurveda zur Steinzeitdiät, zur ketogenen Ernährung, zur veganen Ernährung und zur Rohkost-Diät?

Steinzeitdiät (Paleo), ketogene Ernährung, Veganismus und Rohkost-Diät – all diese Trends kursieren in letzter Zeit vermehrt in den Medien. Doch was sagt Ayurveda dazu und wie können diese Empfehlungen mit einer ayurvedischen Ernährung vereinbart werden? Welche Diät passt zu welcher Dosha-Dominanz?

Robert Keith Wallace

Robert Keith Wallace, amerikanischer Neuroendokrinologe, Forscher und mehrfacher Autor hat in seinem letzten Buch Gut Crisis (Darmkrise) verschiedene Diäten unter die Lupe genommen und sie mit den ayurvedischen Empfehlungen verglichen. Auch wenn dies nicht ganz einfach ist, da „Ayurveda deshalb so wertvoll ist, weil er spezielle Empfehlungen für jeden individuellen Typ gibt.“

Steinzeit- oder Paleo-Diät
Wie der Name schon verrät, ist diese Ernährungsform von den Jägern und Sammlern der Steinzeit inspiriert. Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Nüsse, Früchte in Maßen und gesundes Öl, wie Olivenöl, sollen dabei helfen, Gewicht zu verlieren und das Immunsystem zu stärken.
Vermieden werden dabei Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Kartoffeln, Salz, industriell verarbeitete Lebensmittel, Gemüse und Öle aus Samen.

Wie lässt sich die Steinzeitdiät mit Ayurveda vereinbaren?
„Es ist nicht einfach”, sagt Robert Keith Wallace. „Die ayurvedische Ernährung schließt Mung Dahl, Milch, Ghee, wenig Fleisch und Eier mit ein. Das ist so ziemlich das Gegenteil von Paleo.“

Allerdings könnte ein Mensch mit Pitta-Dominanz die Paleo-Diät besser vertragen, als Menschen mit Vata- oder Kapha-Dominanz. Denn Pitta hat in der Regel eine starke Verdauungskraft und kann auch Schwerverdauliches besser vertragen.

Für eine gewisse Zeit kann die Paleo-Ernährung durchaus hilfreich sein, meint Wallace. Denn der Verzicht auf Getreide, Milchprodukte und Zucker hilft dabei, Nahrungsmittelallergien und -empfindlichkeiten abzubauen.

Ketogene Ernährung
Wenig Kohlehydrate, viel Fett – das ist das Prinzip der ketogenen Ernährung, oder auch Keto-Diät genannt. Darin ähnelt sie der Paleo-, Atkins- und anderen Low Carb-Diäten. Die Befürworter der ketogenen Ernährung erklären, dass durch die wenigen Kohlehydrate und den hohen Fettanteil der Körper zu einer Fettverbrennungs­maschine wird. Der Körper befindet sich in einem Stoffwechselzustand, der Ketose genannt wird.
Die ketogene Ernährungsweise bevorzugt kohlehydratarme Lebensmittel, wie Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse und natürliche Fette wie Olivenöl und Butter. Vermieden werden sollen Zucker, Brot, Nudeln, Süßigkeiten, Gebäck, Reis, Säfte und Kartoffeln.

Wie lässt sich die ketogene Ernährung mit Ayurveda vereinbaren?
„Menschen mit einer Vata-Dominanz vertragen die natürlichen Fette gut,“ sagt Robert Keith Wallace. „Für Pitta-Konstitution kann es auch gut sein, aber für eine Kapha-Konstitution ist es wirklich schwierig.“ Denn Kapha hat den langsamsten Stoffwechsel und kann nur sehr wenig Fett verarbeiten.

Vegane Ernährung
Die vegane Ernährung ist rein pflanzlich und meist auch vollwertig. Sie besteht aus Getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Nüssen und Samen. Alle tierischen Produkte, wie Fleisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier werden nicht gegessen. Viele Veganer bevorzugen diese Ernährungsweise aus ethischen und/oder umweltschützenden Gründen.

Wie lässt sich die vegane Ernährung mit Ayurveda vereinbaren?
Im Großen und Ganzen entspricht die vegane Ernährung auch der ayurvedischen Küche. Der größte Unterschied ist jedoch, dass Ayurveda durchaus einige Milchprodukte empfiehlt. Ghee, warme Bio-Milch, Panir und Lassi sind ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Ernährung.
„Veganer tendieren auch zur Rohkost, was für eine Vata-Konstitution eher ungünstig ist“, betont Dr. Robert Keith Wallace. „Menschen mit einer Pitta-Konstitution können Rohkost am ehesten vertragen, Kapha-Konstitutionen jedoch nur mit Einschränkung.“

Rohkosternährung
Durch das Kochen der Lebensmittel werden die natürlichen Enzyme zerstört, so die Überlegung der Anhänger der Rohkosternährung. Ihre Nahrung wird püriert, zu Saft verarbeitet, eingeweicht oder gekeimt. Wenn gekocht oder gebacken wird, dann nur bis maximal 47° C. Und diese Lebensmittel kommen auf den Tisch: frische Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Samen, Olivenöl, Kokosöl oder Butter. Vermieden werden alle gekochten oder industriell verarbeiteten Lebensmittel.

Wie lässt sich die Rohkosternährung mit Ayurveda vereinbaren?
„Grundsätzlich ist Gekochtes leichter verdaulich“, so Robert Keith Wallace. Für Menschen mit einer Vata-Dominanz ist Rohkost zu schwer verdaulich und häufig auch für Menschen mit einem langsamen Kapha-betonten Stoffwechsel. Die stärkste Verdauungskraft ist dem Pitta-Dosha zugeordnet, das Rohkost gut vertragen kann. Aber auch in diesem Fall würde der Ayurveda keine reine Rohkost empfehlen, da sie auf Dauer von den meisten Menschen nicht vollständig zerlegt werden kann.

Ayurveda in der modernen Welt
Wie können die modernen Ernährungsweisen mit Ayurveda in Einklang gebracht werden? „Ayurvedische Empfehlungen basieren auf einem jahrtausendealten Wissen. Die Menschen in der westlichen Welt wollen gerne mit modernen Ernährungsempfehlungen und Diäten mithalten“, erklärt Robert Keith Wallace. Deshalb ist es notwendig, die verschiedenen Ernährungsweisen typgerecht zu empfehlen. Wenn Sie nicht sicher sind, welches Dosha bei Ihnen vorherrscht, machen Sie bitte hier den Dosha-Test.

Gerne beraten wir Sie auch in unserer Praxis in einer ambulanten Sprechstunde zu Ihrer Ernährung. Jeder Mensch ist einzigartig und die Ernährung sollte genau zu Ihnen passen und die ganz individuellen Besonderheiten Ihres Verdauungssystems, des Lebensalters, Ihrer Körperkraft und Ernährungsgewohnheiten berücksichtigen.

© Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems

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Ein Kommentar

  1. Regine Wachsmuth sagt:

    Ihr Fleißigen, das ist ein super fundierter Überblick über die Ernährungszusammenhänge. Danke, sehr hilfreich!
    Liebe Grüße, Regine Wachsmuth

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