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Selbst-Abhyanga

Selbst-Abhyanga –
die einfache Ölbehandlung für zu Hause

Aus den Überlieferungen alter Kulturen wissen wir, dass die Menschen schon vor Jahrtausenden die positiven Wirkungen von Ölbehandlungen zu schätzen wussten.
Die Ayurveda-Ärzte setzen von alters her die wohltätigen Wirkungen von Streich­behandlungen mit Heilkäuter­ölen zur Vorbeu­gung und Heilung vielfältiger Gesund­heits­stö­rungen und Krank­heiten ein. Besonders der Abhyanga, die sanfte Ganzkörper-Ölbehandlung, ist für jeden Menschen unserer Zeit eine wertvolle Ergänzung zur Körperpflege, zur Hygiene für Körper und Geist.

Abhyanga bedeutet „mit Öl salben“ und meint eine besonders sanfte, schonende und systematische Ölbehandlung des gesamten Körpers mit streichenden Bewe­gungen. Im Folgenden wird bewusst das Wort Abhyanga verwendet, damit Sie diese ganz­heit­lichen Öl­anwen­dungen nicht mit unserer modernen Massage, die völlig andere Qualitäten hat, assoziieren.

Wie Sie einen Abhyanga einfach bei sich zu Hause durchführen können, beschreiben wir in diesem Beitrag.

Der tägliche Abhyanga

Der tägliche Abhyanga wird empfohlen, um den Körper zu reinigen und gleichzeitig den Geist zu entspannen.

  • Er regt den Kreislauf an
  • stärkt und verbessert das zentrale Nervensystem
  • verbessert den Schlaf
  • gleicht das gesamte System der Hormone aus
  • macht Muskeln, Gewebe und Gelenke geschmeidig und kräftigt sie
  • macht die Haut sanfter, strahlender und jünger
  • stärkt die Verdauungskraft
  • entfernt Toxine
  • beugt Krankheiten vor
  • belebt den gesamten Körper
  • gleicht die Gefühle aus und öffnet das Herz
  • verjüngt den Menschen und verlängert seine Lebensspanne

Ölmassage

Bei regelmäßiger wiederholter Anwendung des Abhyangas nimmt die Gesundheit auf allen Ebenen zu. Zuerst merken Sie vielleicht „nur“, dass Sie vitaler werden, beim Gehen schwungvoller ausschreiten oder dass Ihre Muskeln sich stärker anfüh­len. Vielleicht empfinden Sie auch weniger Müdigkeit als sonst.
Führen Sie den Abhyanga täglich durch, so stellen Sie wahrscheinlich fest, dass Sie seltener Erkältungs­krank­heiten bekommen, Ihr Heuschnupfen nach und nach geringer wird, Ihre Gesichtsfarbe gesünder wirkt, Ihre Hände und Füße besser durch­blutet und wärmer sind. Gleichzeitig werden Sie auch bemerken, dass sich in Ihrer Stimmung und Ihrem seelischen Wohlbefinden etwas verändert. Denn werden Stoff­wech­sel­abbau­pro­dukte verringert, kann die innere Intelligenz den menschlichen Körper ungehinderter durchdringen.

Richtig be-hand-eln

Die beste Zeit für ein Abhyanga ist frühmorgens, direkt nach der Entleerung von Blase und Darm.

Für alle Dosha-Typen gilt, dass erwärmtes Öl besser eindringen kann. Daher erwärmen Sie das Öl je nach Dosha-Konstitution, wobei 40 °C ungefähr der mittlere Wert sein sollte. Am einfachsten stellen Sie eine Schale mit der Tagesration des Öls auf die Heizung oder stellen Sie eine kleinere Schale mit der Tagesmenge in eine größere Schüssel mit heißem Wasser.

In der nachstehenden Tabelle finden Sie einige allgemeine Empfehlungen, die anschließend noch detaillierter ausgeführt werden.

Abhyanga Behandlungstabelle

Bio-Sesamöl, wie auch gereiftes Sesamöl ist erhältlich bei: Maharishi Ayurveda Europe. Sie können Sesamöl auch selbst reifen, indem Sie Bio-Sesamöl kurz auf 110° erhitzen. Das Reifen bewirkt, dass die Haut das Öl leichter aufnehmen kann. Nach dem Abkühlen können Sie es wieder in eine Flasche füllen und täglich benutzen.

Grundsätzlich sollte beim Abhyanga die gesamte Handfläche so weit wie mög­lich aufliegen, egal, welchen Körperteil wir behandeln. Dadurch entsteht ein gleichmäßiger Druck.

Ölflasche

KOPF
Tauchen Sie die Fingerspitzen in das angewärmte Öl und fahren Sie unter den Haaren hindurch sanft auf der Kopfhaut entlang. Ölen Sie die gesamte Kopfhaut, Gesicht und Ohren ein. Streichen Sie mit Hin- und Herbewegungen über die Kopfhaut, dann massieren Sie gründlich die Ohrmuscheln, die besonders viele Reflexpunkte haben. Spüren Sie auch im Gesicht, welche Bereiche besondere Beachtung brauchen.

HALS
Mit geraden Strichen auf- und abwärts streichen. Am Kehlkopf mit sanftem Druck, im Nackenbereich gerne auch etwas kräftiger.

ARME
Behandeln Sie jeden Arm einzeln von oben nach unten. Über Schultergelenk, Ellbogen und Handgelenk können Sie kreisen, Ober- und Unterarme mit langen Vor- und Rückwärtsbewegungen streichen. Frauen beginnen mit dem linken Arm, Männer mit dem rechten.

HÄNDE
Es ist angenehm auf dem Handrücken und den Hand­flächen zu kreisen. Die Finger behandeln Sie am besten ebenfalls mit Längsstrichen. Auch Bewegungen von innen nach außen, wie beim gründlichen Hände­wäschen sind sehr gut.

BRUST & BAUCH
Über den Brustkorb können Sie mit gleichmäßigen Streich- oder Kreisbewegungen hin- und herfahren. Über den Bauch sollten Sie in jedem Fall mit großen Kreisen im Uhrzeigersinn, dem Verlauf des Dickdarms folgend, behandeln. Kreisen Sie dabei von rechts nach links oben, schließen Sie dann den Kreis und wiederholen Sie auch diese Bewegung mehrmals. Auf diese Weise unterstützen Sie die natürliche Darm­bewegung.

RÜCKEN
Am besten kann man den Rücken mit Längsstrichen behandeln – bei der Eigen­behand­lung sind andere Bewegungen meist unbequem und führen daher nicht zu der angestrebten und heilsamen Entspannung.
Es wird häufig als angenehm empfunden, die Lendenwirbelsäule mit kleinen Kreisen zu behandeln und das Gesäß mit großen, kreisenden Bewegungen.

BEINE
Die Beine können Sie wieder seitengleich mit beiden Händen parallel behandeln. Beginnen Sie mit den Hüftgelenken. Schenken Sie diesen, den Knien und Fußgelenken gern mehr Aufmerksamkeit.

FÜSSE
Die Füße tragen die gesamte Last des Körpers. Sie sollten daher besonders aus­führ­lich verwöhnt werden. Denken Sie auch hier daran, mit flachen, streichenden Bewegungen möglichst einen flächigen Hautbereich sehr gleichmäßig zu behandeln – egal ob Sie kreisen oder Längsstriche anwenden. Vergessen Sie auch die Zehen und Zehenzwischenräume nicht – denn die Füße sind reich an empfindsamen Reflex­zonen, deren Behandlung die gesamten Körperorgane beleben können.

Die Behandlungsdauer

Als Zeitrahmen für die eigentliche Ölbehandlung werden in der Regel 5 bis 10 Minuten empfohlen, denn das Öl durchdringt die Oberhaut nur langsam. Erst nach 2 bis 3 Minuten wandert das Öl in Richtung der tieferen Hautschichten und erreicht diese dort nach ca. 10 Minuten. Dann beginnt es, fettlösliche Stoff­wechsel­rück­stände (Ama) zu binden. Optimal ist es, wenn Sie das Öl danach mindestens 10 Minuten auf der Haut lassen, so dass die gebundenen fett­löslichen Toxine in Rich­tung Blut abtrans­por­tiert werden oder wieder an die Hautoberfläche zurück­kommen können. Während das Öl einzieht, können Sie bei­spiels­weise die Zähne putzen und heißes Wasser aufsetzen. Wenn nötig, streifen Sie die Hand­innen­seiten an einem Papier­tuch ab, um kleine Verrich­tungen durch­führen zu können. Nach insgesamt 20 Minuten können Sie das Öl mit einem warmen Wannen- oder Duschbad abspülen. Wenn Sie keine Seife oder Duschlotion verwenden, brauchen Sie sich hinterher nicht mehr einzucremen. Ein schützender Ölfilm bedeckt die Haut, ohne an der Kleidung zu haften.
Ihre Haare jedoch sollten Sie mit Shampoo waschen, je nach Haarfülle ein- oder zweimal.

Für alle Typen und Situationen gilt: Hören Sie auf Ihre innere Intelligenz. Sie sollten sich nach jedem Abhyanga rundum wohl fühlen. Passen Sie den Druck, die Menge des Öls, die Art der Bewegungen und die Raumtemperatur Ihrem ganz persönlichen Empfinden an.

Probieren es Sie doch auch einmal aus!

Hier können Sie den Artikel herunterladen.

Linie, gold

Mehr Hintergrundwissen und sehr ausführliche Beschreibungen der einzelnen Schritte und der Vorgehensweise bei einem Abhyanga finden Sie in dem dem Buch von Dr. Karin Pirc: „Abhyanga: Die Ölbehandlungen des Ayurveda für zu Hause“.

Abhyanga

Zu bestellen bei:
Maharishi AyurVeda Privatklinik Bad Ems
E-Mail: info@ayurveda-badems.de
in Kooperation mit der Buchhandlung Meckel, Bad Ems

Paperback, 160 Seiten, mit vielen farbigen Illustrationen und Fotos
Preis: 12,95 €, inkl. Porto und Versand

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2 Kommentare

  1. Erika Halwax sagt:

    Meine Frage: Ist es nach der Ölbehandlung notwendig sich ins Bett zu legen – weil der Körper nach dem Einreiben Ruhe und Wärme braucht? Oder kann die Ölbehandlung in den täglichen morgendlichen Reinigungsablauf eingebaut werden? Vielen Dank, Erika Halwax

    • Dr. Karin Pirc sagt:

      Liebe Frau Halwax,

      das ayurvedische Abhyanga wird am besten in den Morgen integriert, 10-20 Minuten lässt man dann das Öl einziehen, bevor es abgeduscht wird. Aber Ihre Überlegung hat durchaus etwas für sich: Es ist bestens, wenn der Körper dabei warm bleibt. Also bei häuslichen Verrichtungen (Zähneputzen, Heißes Wasser aufsetzen etc.) am besten ein Badetuch umwickeln, so dass der Körper nicht auskühlt. Wenn wir das zweihändige Abhyanga in der Klinik im Rahmen einer Panchakarma-Kur durchführen, dann liegen die Patienten natürlich noch nach, auch warm zugedeckt, was die Wirkung der Behandlung weiter intensiviert. Aber das ist im Alltag zu Hause (aus Zeitgründen und auch wegen Ölflecken auf Bettwäsche etc.) wohl nicht so praktikabel.

      Ich wünsche Ihnen beste Wirkungen durch Ihr Heim-Abhyanga

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