Kurkuma – Heilkraft aus der gelben Wurzel

Ihnen sind vielleicht schon einmal die kleinen gelben Knollen in einem gut sortierten Supermarkt aufgefallen, die meist neben den größeren Ingwerknollen liegen. Die Nähe zueinander besteht tatsächlich nicht nur in der Obst- und Gemüseauslage, sondern auch botanisch. Kurkuma und Ingwer sind miteinander verwandt und haben ein relativ ähnliches Aussehen. Von beiden Pflanzen werden die Knollen frisch oder getrocknet verwendet. Gemahlene Gelbwurzel verleiht dem Curry die typische gelbe Farbe und den leicht bitteren Geschmack. In der indischen Küche gehört Kurkuma zu den wichtigsten Gewürzen, um die Nahrung bekömmlicher zu machen und wird dort im großen Stil angebaut. Fast der gesamte Weltbedarf wird aus diesem Anbau gedeckt, wobei fast 80% in Indien selbst verbraucht werden. Aber nicht nur in Indien wird Kurkuma in allen möglichen Formen täglich konsumiert, auch in Indonesien spielt Kurkuma in der traditionellen Medizin eine sehr große Rolle. Auf Bali wird beispielsweise Jamu gekocht, eine Art Saft, der unter anderem aus Wasser, Ingwer und Kurkuma besteht und dort präventiv täglich eingenommen wird.

 

Kurkuma

Die Wunderwurzel Kurkuma

Kurkuma hat die Geschmacksrichtungen bitter, scharf und herb. Diese drei Rasas helfen Kapha und Ama zu reduzieren. Durch die Schärfe wärmt Kurkuma und beruhigt auch erhöhtes Vata. Kurkuma, bzw. Gelbwurz wie er auf Deutsch genannt wird, hat eine sehr positive Wirkung im Magen-Darmtrakt und auch auf das Nervensystem. Es stärkt die Verdauung durch Steigerung des Gallenflusses und verbessert die Darmflora. Besonders Menschen, die Schwierigkeiten bei der Verdauung von Fett haben, können durch den täglichen Konsum von Kurkuma in Kombination mit einer angepassten Ernährung deutliche Entlastung erfahren.

Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften können Kurkumapräparate bei Entzündungen des Darms, der Gebärmutter, den Augen und Ohren, sowie der Atemwege eingesetzt werden. Die auswurffördernde Wirkung unterstützt besonders die Abheilung aller Formen von Erkältungskrankheiten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen. Zusätzlich weist Kurkuma auch eine antiallergische, antiseptische und blutstillende Wirkung auf, sodass die Gelbwurzel auch bei Ekzemen, Gürtelrose, Nesselsucht, Juckreiz und Schnittwunden ein hilfreicher Begleiter sein kann.

Die schmerzstillende und abschwellende Komponente von Kurkuma kann sehr hilfreich bei der Behandlung von Arthritis sein und ist in aktuellen Studien der Wirkung der modernen Schmerz- und Entzündungsmittel Ibuprofen oder Diclofenac nicht unterlegen.

Kurkuma enthält circa 5% ätherische Öle und hat eine bekannte antiseptische und antibakterielle Wirkkraft. Neben den ätherischen Ölen sind auch Curcuminoide enthalten, die der Wurzel die gelbe Farbe verleihen. Kurkuma gehört mit zu den stärksten Antioxidantien und ist bekannt dafür, Alterungsprozesse zu verlangsamen.  In verschiedenen Studien an Mensch und Tier konnte eine deutliche Verbesserung der Gedächtnisleistung nachgewiesen werden. Auch ist inzwischen bekannt, dass Kurkuma einen hemmenden Einfluss auf alle Signalwege in der entarteten Krebszelle ausübt. Deswegen kommt Kurkuma in der präventiven, wie auch in der aktiven Behandlung von Krebs immer häufiger zum Einsatz.

All diese Wirkungen sind im Ayurveda seit Jahrtausenden bekannt, aber auch die moderne Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend intensiver mit alten Heilpflanzen beschäftigt und Kurkuma in die Liste der international anerkannten Heilpflanzen aufgenommen.

 

Wirkweise im Überblick

  • Wirkt entzündungshemmend
  • Bekämpft freie Radikale, Bakterien, Viren und Parasiten
  • Hilft gegen Übelkeit und lindert Magenschmerzen
  • Hat eine pilztötende Wirkung, u.a. auf Candida albicans
  • Schützt vor Altersdiabetes
  • Schützt die Leber und unterstützt deren Funktion
  • Verbessert die Produktion der Gallensäuren
  • Wirkt blutreinigend und hilft den Cholesterinspiegel zu senken
  • Reduziert Allergien und Heuschnupfen
  • Lindert Blasenentzündung und Reizblase
  • Fördert die Entgiftung toxischer und karzinogener Stoffe
  • Hemmt das Wachstum von Tumoren

 

Kurkuma

Kurkuma richtig anwenden und dosieren

Die tägliche Dosis beträgt in der Regel 1-3 Gramm zwei- bis dreimal täglich. Da Kurkuma eine schlechte Bioverfügbarkeit hat, kaum wasserlöslich ist und über den Darm kaum aufgenommen wird, empfiehlt sich eine Kombination mit Pippali, Ingwer, Amalaki oder Haritaki, um die Resorptionsleistung zu steigern. Neuere Rezepturen nutzen eine liposomale Bindung über Mizellen, die die Bioverfügbarkeit über das 100-fache erhöhen und den Blutplasmaspiegel über 24 Stunden recht konstant aufrechterhalten können.
Kurkuma in hohen Dosen sollte nicht eingesetzt werden bei akuter Entzündung der Gallenwege durch kleine Gallensteine. Hier wird von einer Selbstmedikation abgeraten – die Einnahme sollte nur in Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Als Gewürz in der Küche dagegen gibt es keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, da es ausgleichend auf alle 3 Doshas wirkt.

 

Ayurvedische Rezepturen für zuhause

bei Erkältung

  • 3 Msp. Kurkumapulver (Gelbwurz)
    1 Prise schwarzer Pfeffer
    3 Msp. Steinsalz (Himalayasalz)
    3 Msp. frisch geriebener Ingwer
    Alles zusammen in einer Tasse abgekochtem, heißem Wasser verrühren und alle ein bis zwei Stunden trinken.

bei Halsschmerzen

  • Einen halben Teelöffel Kurkumapulver in 150 ml Milch für 10 Minuten bei geringer Temperatur köcheln lassen, abgießen und warm trinken.

bei Harnwegsinfektionen

  • 1 TL Kurkumapulver oder in Scheiben geschnittene frische Kurkumawurzel mit einer Tasse abgekochtem, heißem Wasser überbrühen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken.

Anregung der Verdauung

  • Frisch aufgeschnittene Kurkumawurzel in einer Tasse mit heißem Wasser für 5 Minuten abgedeckt ziehen lassen, abseihen und vor den Mahlzeiten trinken.

bei Nesselsucht

  • Eine Paste aus Joghurt und Kurkumapulver herstellen und diese mehrfach täglich auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

bei Gürtelrose

  • Einmal täglich auf die betroffenen Hautpartien Senföl streichen und Kurkumapulver darüber streuen, für 20-30 Minuten einwirken lassen.

bei Herpes

  • Paste aus Ghee und Kurkuma herstellen und mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen auftupfen.

bei Akne und Hautunreinheiten

  • 4 Teelöffel Milch oder Wasser mit einem halben Teelöffel Gelbwurzpulver mischen, auf das Gesicht auftragen und für 20 Minuten einwirken lassen. Anschließend gründlich abwaschen.

 

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Kurkumapflanze

Kommentare

  • Gisela Wenger-Siegers

    Ich möchte Kurkuma in Kapselform einnehmen und wage mich nicht, ein Produkt zu kaufen, weil ich bis anhin nichts finden konnte, was meinen Wünschen entspricht. Die Qualität ist meines Erachtens von grosser Wichtigkeit und es muss sicher sein, dass das Produkt in Deutschland oder der Schweiz geprüft wurde. Können sie mir ein Produkt empfehlen, das diesen hohen Qualitätsansprüchen gerecht wird? Danke zum Voraus für ihre Rückmeldung. Freundliche Grüsse Gisela Wenger-Siegers

  • Woher bekommt man
    – eine Kombination mit Pippali, Ingwer, Amalaki oder Haritaki, um die Resorptionsleistung zu steigern.
    – Neuere Rezepturen nutzen eine liposomale Bindung über Mizellen,
    die die Bioverfügbarkeit über das 100-fache erhöhen und den Blutplasmaspiegel über 24 Stunden
    recht konstant aufrechterhalten können.

    Vielen Dank für die Antwort vorab

    • Liebe Elfriede,

      das ist uns allen bekannt, wir haben uns in der Klinik trotzdem dafür entschieden, weiterhin das natürliche Kurkuma zu empfehlen – wenn möglich das frische aus der Wurzel, da es weit stärker wirkt, als das Gewürz in Pulverform. Eine fertige Rezeptur braucht man dafür nicht: einfach Kurkuma nehmen und dazu eine Prise Pfeffer geben.

      Liebe Grüße und Wohl bekomm’s
      Liebe Grüße

      Karina Pirc

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