Der Stirnguss im Sanskrit

Im Sanskrit steht das Wort Shirodhara für den Stirnölguss. Shiro bedeutet wörtlich übersetzt Kopf und dhara bedeutet Strom, Guss oder Strahl. Verwendet wird organisches Sesamöl, welches vor der Behandlung auf Körpertemperatur erwärmt wird. Das Öl wirkt nährend, wovon besonders das leichte und trockene Vata-Dosha profitiert. Vata ist dasjenige Dosha, das im Körper alle Nervenimpulse lenkt; deswegen steuert es die immerwährende Atmung sowie den Blutkreislauf ebenso wie alle Bewegungen des Körpers. Hat sich das Vata erhöht, kann ein Mensch unruhig werden, und die feine Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus wird gestört. Auf körperlicher Ebene kann sich dies beispielsweise durch nervöse Zuckungen oder Tinnitus äußern; emotional können vermehrt Ängste und kreisende Gedanken auftreten. Letztlich führt jede Art von Stressbelastung zu Vata-Störungen, was besonders durch unsere westliche moderne Lebensweise begünstigt wird: Ständige Unruhe und Schlafstörungen können sich einstellen, ein Gefühl des Getrieben-Seins und sich unter Druck fühlen.
Durch den Stirnguss gelingt es den Parasympathikus zu aktivieren, den Teil des Nervensystems, der für Regeneration und Entspannung entscheidend ist und uns wieder zur Ruhe kommen lässt.
 

Für wen ist der Stirnguss geeignet und wie wirkt er?

Besonders Menschen mit hoher Vata-Komponente profitieren von dem sanft fließenden Öl während eines Shirodharas. Symptome wie Kopfschmerzen, Gedankenkreisen, Ängste, Bluthochdruck, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche zählen mit zu den Hauptanwendungsgebieten.
Durch Ausgleich des Vegetativums senkt sich der Druck innerhalb der Gefäße, wodurch Blutdruck und Herzfrequenz langsam absinken. Dieser gefäßerweiternde Effekt kann ebenfalls bei den Srotas, unseren Körperkanälchen, beobachtet werden. Dadurch entsteht mehr Raum, sodass im Gewebe und den Gefäßen ein besserer Durchfluss erreicht wird, was sich reinigend und öffnend auswirkt.

Auf Subdosha-Ebene wird Prana-Vata beruhigt und zeitgleich Sadhaka-Pitta und Tarpaka-Kapha angesprochen. Sadhaka-Pitta versorgt den Geist, den Intellekt und das Ego mit frischer Energie und Ausgewogenheit und es hilft uns, die Dinge zu erreichen, die wir uns wünschen. Tarpaka-Kapha wiederum lokalisiert sich im Kopf und dient der Ernährung des gesamten Nervensystems sowie der Sinnesorgane.
Durch das sanfte Pendeln des Ölstrahls von einer Seite der Stirn zur anderen, werden außerdem linke und rechte Gehirnhälfte ausgeglichen und balanciert.
 

Takradhara – der Spezial-Stirnguss im Maharishi Ayurveda

Für Menschen mit hoher Pitta-Komponente werden anstelle des wärmend wirkenden Sesamöls Substanzen verwendet, die kühlende, Pitta-besänftigende Eigenschaften aufweisen, wie Kokosöl, Lassi und Buttermilch. Besonders bei Hauterkrankungen, wie z.B. Psoriasis ist der Stirnguss mit Buttermilch eine Wohltat. Hierfür werden in der Vorbereitung zusätzlich ausgleichende Kräuter mit der Buttermilch abgekocht und dann in fließenden Bewegungen über die Stirn und den Kopf gegossen. Auch an heißen Sommertagen werden Buttermilch- oder Lassigüsse als äußerst angenehm und kühlend empfunden, ein wahrer Segen für gereizte und juckende Haut.

Shirodara – Stirnguss
 

Ablauf eines Shirodhara

Der Stirnguss wird in der Regel mit einer Kopfbehandlung eingeleitet oder durch ein Abhyanga, eine ayurvedische Ganzkörpermassage, vorbereitet. Um eine entsprechende Wirksamkeit zu erzielen, beträgt die Therapiedauer mindestens 20 Minuten und wird im Laufe der Zeit häufig nach und nach weiter gesteigert. Eine Serie von mindestens drei Anwendungen ist zu empfehlen, um einen tiefgreifenden und langahaltenden Effekt erreichen zu können. Bei schwereren neurologischen Krankheitsbildern, wie Morbus Parkinson, werden im Rahmen einer Panchakarma-Kur oft über ein bis zwei Wochen täglich Stirngüsse verabreicht.
Für die Anwendung legt sich der Patient auf den Rücken, der Kopf ist leicht erhöht und etwas überstreckt. Die Augen werden zum Schutz bedeckt. Das Öl wird vor der Behandlung erwärmt und in ein Dhara-Gefäß gefüllt. Dieses Gefäß hängt oberhalb des Patienten und wird mit einer langsamen sanft-schwingenden Bewegung über die Stirn gegossen. Das Öl wird dabei immer wieder aufgefangen und erneut in das Gefäß gefüllt, bis die Anwendung abgeschlossen ist. Anschließend wird noch eine Nachruhphase eingehalten.

 

Gut zu wissen

Damit der Stirnguss seine ganzen positiven Eigenschaften auch wirklich entfalten kann, gibt es einige Dinge, die berücksichtigt werden sollten. So gelten beispielsweise niedriger Blutdruck, Kreislaufschwäche, ausgeprägte Kapha-Störungen und die Zeit der Menstruation als Gegenanzeigen.
Die Praxis hat auch gezeigt, dass Menschen, die am Anfang ihrer Panchakarma-Kur stehen, noch die Nachwirkungen vom Reisestress spüren oder emotional sehr aufgewühlt sind, es zunächst deutlich schwerer haben, diese Behandlung zu genießen. Dann kann es vorkommen, dass der Patient beim Shirodhara erst einmal die gesamte angestaute Unruhe in seinem System deutlich empfindet und der sonst so wohltuende Stirnguss als eher unangenehm empfunden wird. Sind hingegen bereits ein paar Tage während der Kur verstrichen, die Umgebung und die Therapeuten bekannt  und der Alltagsstress langsam abgeklungen, dann verstärkt der Stirnguss einen tiefen, emotional ausgeglichenen Zustand und erfüllt den Geist mit Frieden und Freude.
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Shirodara – Stirnguss

 

© Maharishi Ayurveda Privatklinik Bad Ems

 

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