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Abhyanga – die Ölbehandlung für zu Hause

Abhyanga – die Ölbehandlung für zu Hause

Ein Abhyanga entgiftet und lässt Sie aufblühen.
Als wichtigste Grundlage für die Gesundheit betrachteten die alten Weisen des Ayurveda ein geregeltes Leben im Einklang mit den Naturgesetzen und empfahlen unter anderem die heilende Kraft verschiedener Ölbehandlungen. Wenn Sie schon bei uns in Bad Ems zur Behandlung waren, dann kennen Sie die wohltuende und entgiftende Wirkung der Ölanwendungen. Wie Sie täglich eine Ölmassage bei sich zu Hause durchführen und damit Ihre Balance halten können, zeigen wir Ihnen hier.

Gesund mit ayurvedischen Ölen
Der tägliche Abhyanga wird empfohlen, um den Körper zu reinigen und gleichzeitig den Geist zu entspannen. Die Haut ist das größte Organ des Menschen und über Nervenbahnen und Reflexwirkungen mit allen inneren Organen verbunden.
Das geeignete Öl vermag Stoffwechselabbauprodukte in den Zellen zu lockern, sodass Haut, Nieren und Darm diese Ablagerungen ausscheiden können.
Ein Abhyanga sollte möglichst zum festen Bestandteil der täglichen Körperhygiene werden. Sich selbst täglich mit einer Ölanwendung zu verwöhnen, kostet Zeit und Aufmerksamkeit. Wenn Sie aber wissen, wie umfassend die Wirkungen eines Abhyangas sind, dann werden Sie diese Zeit gerne aufbringen.

Ein Abhyanga …

  • löst Ama (Stoffwechselrückstände) aus den Zellen und leitet sie aus
  • entfernt Toxine
  • bringt die innere Intelligenz zum Fließen
  • hält die Gelenke geschmeidig
  • verbessert die Durchblutung der Haut
  • macht die Haut sanfter, strahlender und jünger
  • vermindert schlechten Körpergeruch
  • heilt Dumpfheit und Schwere
  • lindert Juckreiz
  • stärk und beruhigt die Nerven
  • verbessert den Schlaf
  • beugt Krankheiten vor
  • gleicht Gefühle aus und öffnet das Herz

Bei regelmäßiger, wiederholter Anwendung des Abhyangas nimmt die Gesundheit auf allen Ebenen zu. Zuerst merken Sie vielleicht „nur“, dass Sie sich vitaler fühlen, beim Gehen schwungvoller ausschreiten oder dass Ihre Muskeln sich stärker anfühlen.

Führen Sie den Abhyanga weiterhin täglich durch. Nach längerer Zeit werden Sie merken, dass Sie seltener Erkältungskrankheiten bekommen, Ihr Heuschnupfen nach und nach geringer wird, Ihre Gesichtsfarbe gesünder wirkt, Ihre Hände und Füße besser durchblutet und wärmer sind.

Gleichzeitig werden Sie auch merken, dass sich Ihr seelisches Wohlbefinden verbessert. Denn wenn sich Stoffwechselrückstände verringern, so kann die innere Intelligenz den menschlichen Körper ungehinderter durchdringen.

Gut zu wissen

  • Die beste Zeit für ein Abhyanga ist frühmorgens, direkt nach der Entleerung von Blase und Darm. Ungünstig dagegen ist es vor oder nach dem Essen oder nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Ein großes Badehandtuch am Boden nimmt Ölspritzer auf und schützt den Boden. Wenn Sie während der Einwirkzeit umhergehen wollen, legen Sie sich ein zweites großes Badehandtuch zum Einwickeln bereit.
  • Es empfiehlt sich ölfeste Badelatschen anzuziehen. Im Gegensatz zu einem Frottierhandtuch saugen sie das Öl nicht auf, sodass es länger in die Füße einziehen kann.
  • An den langen Röhrenknochen am Armen und Beinen streichen Sie mit Längsstrichen auf und ab, während die Gelenke mit kreisenden Bewegungen geölt werden.
  • Ölen Sie sich immer mit den ganzen Handflächen ein. Niemals mit spitzen Fingern, sondern flach und sanft streichen.
  • Frauen beginnen bei den Armen und Beinen mit der linken Seite, Männer mit der rechten Seite.


Richtig be-hand-eln

Grundsätzlich sollte das Öl mit der ganzen Handfläche aufgetragen und verteilt werden. Ausnahme ist die Kopfhaut, mit der Sie beginnen.

Kopf
Tauchen Sie die Fingerspitzen in das angewärmte Öl und fahren Sie unter den Haaren hindurch sanft auf der Kopfhaut entlang. Ölen Sie die gesamte Kopfhaut, Gesicht und Ohren ein. Streichen Sie mit Hin- und Herbewegungen über die Kopfhaut, dann gründlich die Ohrmuscheln, die besonders viele Reflexpunkte haben. Spüren Sie auch im Gesicht, welche Bereiche besondere Beachtung brauchen.

Hals
Mit geraden Strichen auf- und abwärts streichen. Am Kehlkopf mit sanftem Druck, im Nackenbereich gerne auch etwas kräftiger.

Arme
Behandeln Sie jeden Arm einzeln von oben nach unten. Über Schultergelenk, Ellbogen und Handgelenk kreisen, die Röhrenknochen mit Streichbewegungen. Frauen beginnen mit dem linken Arm, Männer mit dem rechten.

Hände
Es ist angenehm mit der Handfläche der einen Hand auf dem Handrücken der anderen Hand zu kreisen. Auch Bewegungen wie beim gründlichen Händewäschen sind sehr gut. Die Finger einzeln mit Auf- und Abbewegungen behandeln, indem Sie sie mit der Innenfläche der anderen Hand umschließen.

Brust und Bauch
Über den Brustkorb können Sie mit gleichmäßigen Streich- oder Kreisbewegungen hin- und herfahren. Über den Bauch kreisen Sie in großen Kreisbewegungen im Uhrzeigersinn, dem Dickdarm folgend. Uhrzeigersinn bedeutet unten rechts beginnend, nach rechts oben, dann nach links oben und nach links unten. Auf diese Weise unterstützen Sie die natürliche Darmbewegung.

Rücken
Am besten kann man den Rücken mit Längsstrichen behandeln – bei der Eigenbehandlung sind andere Bewegungen meist unbequem und führen daher nicht zu der angestrebten und heilsamen Entspannung.
Es wird häufig als angenehm empfunden, die Lendenwirbelsäule mit kleinen Kreisen zu behandeln und das Gesäß mit großen, kreisenden Bewegungen.

Beine
Die Beine behandeln Sie seitengleich mit beiden Händen parallel. Beginnen Sie mit den Hüftgelenken. Schenken Sie diesen, den Knien und Fußgelenken gern mehr Aufmerksamkeit.

Füße
Die Füße dürfen ausführlich verwöhnt werden. Denken Sie auch hier daran, mit flachen, streichenden Bewegungen möglichst einen flächigen Hautbereich sehr gleichmäßig zu behandeln – egal ob Sie kreisen oder Längsstriche anwenden. Vergessen Sie auch die Zehen und Zehenzwischenräume nicht, denn die Füße sind reich an empfindsamen Reflexzonen, deren Behandlung die gesamten Körperorgane beleben können.

Die Behandlungsdauer
Als Zeitrahmen für die eigentliche Ölbehandlung werden in der Regel 5 bis 10 Minuten empfohlen, denn das Öl durchdringt die Oberhaut nur langsam. Erst nach 2 bis 3 Minuten wandert das Öl in Richtung der tieferen Hautschichten und erreicht diese dort nach ca. 10 Minuten. Dann beginnt es, fettlösliche Stoffwechselrückstände (Ama) zu binden. Optimal ist es, wenn Sie es danach mindestens 10 Minuten auf der Haut lassen, so dass die gebundenen fettlöslichen Toxine in Richtung Blut abtransportiert werden oder wieder an die Hautoberfläche zurückkommen können. Während das Öl einzieht, können Sie beispielsweise die Zähne putzen und heißes Wasser aufsetzten. Wenn nötig, streifen Sie die Handinnenseiten an einem Papiertuch ab, um kleine Verrichtungen durchführen zu können.

Nach insgesamt 20 Minuten können Sie das Öl mit einem warmen Wannen- oder Duschbad abspülen. Wenn Sie keine Seife oder Duschlotion verwenden, brauchen Sie sich hinterher nicht mehr einzucremen. Ein schützender Ölfilm bedeckt die Haut, ohne an der Kleidung zu haften.
Ihre Haare jedoch sollten Sie mit Shampoo waschen, je nach Haarfülle ein- oder zweimal.

Der typgerechte Abhyanga
Für alle Dosha-Typen gilt, dass erwärmtes Öl am tiefgreifendsten wirken kann. Daher erwärmen Sie das Öl je nach Dosha-Konstitution  etwas mehr oder etwas weniger. Ungefähr 40 °C ist der mittlere Wert. Am einfachsten stellen Sie eine Schale mit der Tagesration des Öls auf die Heizung. Die ganze Flasche sollte nicht auf der Heizung stehen und auf gar keinen Fall permanent. Ganz einfach erwärmen Sie das Öl auch, indem Sie eine kleinere Schüssel mit der Tagesmenge in eine größere Schüssel mit heißem Wasser stellen.

Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung aus dem Buch von Dr. Karin Pirc: „Abhyanga: Die Ölbehandlungen des Ayurveda für zu Hause“.
Lesen Sie mehr über das sehr inspirierende Hintergrundwissen.


Dr. Karin Pirc, Abhyanga:
Die Ölbehandlungen des Ayurveda für zu Hause (2004).
Stuttgart, Karl F. Haug Verlag
ISBN: 3-8304-2777-6

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